Seit seinem Wechsel in den Staatsapparat (1996) baut Rakhat Aliyev ein Netzwerk auf, über das er das politische, wirtschaftliche und soziale Leben in Kasachstan maßgeblich beeinflusst. Schließlich gründet er illegale paramilitärische Milizen und bringt für das Land strategisch wichtige Unternehmen unter seine Kontrolle (Details im Bericht Eurasian Transition Group, “Der Fall Rakhat Aliyev)”.
2002 wird Rakhat Aliyev zum Botschafter der Republik Kasachstan in Österreich ernannt. Den Diplomatenstatus nützt er für den Transfer von Dokumenten nach Westeuropa, den Ankauf von Immobilien, Investments in Unternehmen im EU-Raum und in den U.S.A. Gegen kritische Journalisten in Kasachstan geht er mit Klagen vor (z.B. Internews Kazakhstan, Navigator und Assandi Times).
2005 kehrt er nach Kasachstan zurück und wird zum ersten stellvertretenden Außenminister der Republik Kasachstan und nützt Informationen aus seiner Geheimdienstzeit zur Absicherung seiner Machtbasis. Es mehren sich Vorwürfe gegen Aliyev im Zusammenhang mit Geld-Transfers in Offshore-Zonen (Stichwort: Adonis Derbas) und in Verbindung mit Verbrechen wie dem Mord an kasachischen Oppositionspolitikern.
2007 – Rakhat Aliyev befindet sich erneut als Botschafter in Österreich – wird im Fall des Nurbank-Skandals ein Strafverfahren gegen ihn in Almaty eröffnet. Das Gericht verurteilt Rakhat Aliyev in Abwesenheit zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren.
Rakhat Aliyev, der ehemalige Botschafter Kasachstans in Österreich, ist mehrerer schwerer Verbrechen dringend verdächtig. Dennoch wird er von Österreich weder an sein Heimatland ausgeliefert, noch wird in Österreich ernsthaft gegen ihn ermittelt .Den Opfernwurde trotz klarer Gesetzeslage der Zugang zum Auslieferungsverfahren schlicht verwehrt und unsere Vorbringen im Ermittlungsverfahren bleiben ungehört. Gleichzeitig wird dem Hauptbeschuldigten und seinen Mittätern seit Jahren ermöglicht, ungestört die Früchte der eigenen Verbrechen in Österreich zu genießen.
Unsere Kinder und wir hingegen lebten jahrelang in Ungewissheit darüber, was mit unseren Männern und Vätern geschehen ist. Diese wertvollen Jahre hätten österreichische Strafbehörden nützen können, um die Überlebenschancen der Verschleppten zu erhöhen, indem sie die Tatverdächtigen zur Rede stellen. Seit Mai 2011 herrscht leider Gewissheit darüber, dass unseren Ehemänner und Väter auf grausame Art und Weise ermordet wurden. Dennoch blieb die österreichische Justiz trotz aller Vorwürfe bislang untätig.
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