Allein im Jahr 2009 sind 1,6 Billionen Dollar (etwa 1,15 Billionen Euro) aus kriminellen Geschäften „gewaschen“, also in den legalen Wirzschaftskreislauf eingschleust worden, heißt es in einem am vergangenen Dienstag veröffentlichten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Dies sind rund 2,7 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Der Großteil dieses Geldes wird an den Finanzmärkten gewaschen, heißt es in dem Bericht weiter. Aber weniger als ein Prozent wird beschlagnahmt oder eingefroren.
Rakhat Aliyev, gegen den wegen des Verdachts des Mordes an unseren Männern ermittelt wird, hat über die Privatinvest Bank in Wien 113 Millionen Euro transferiert. Dieses Geld stammt aus seinen Raiding-Aktionen zu der Zeit, als Aliyev in Kasachstan noch ein mächtiger Mann war, In Österreich ist jetzt zwar ein Geldwäsche-Verfahren in dieser Sache anhängig, beschlagnahmt oder eingefroren wurden die Gelder unseres Wissens aber nicht. So wie 99 Prozent aller anderen Gelder aus kriminellen Aktivitäten, wie wir aus dem UNODC-Bericht erfahren.
Nun wurde die Privatinvest im Vorjahr von der Zürcher Kantonalbank übernommen und firmiert seit kurzem als Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Die Bank hat ihr Problem also gelöst.
Unser Verein „Tagdyr“ vertritt auch jenen Unternehmer aus Kasachstan, dem Aliyev seine Firma abgepresst hat. Es ist auch sein Geld, das in Österreich gewaschen wurde, bisher straflos. Wann wird dieses Problem eigentlich gelöst?
Ich frag mich bei solchen Sachen immer wieder, ob da nicht jemand ist, dem man das Geld zurückgeben sollte. Das gehört ja irgendwem, wenn es illigal erpresst oder sonst was wurde.