Neue Kärntner Tageszeitung vom 07.06.2011 Seite: 12
Kasachstan-Affäre >>Präsident erteilte Mordbefehl in Kärnten<<
Während Opferanwalt bei heimischen Behörden Amtsmissbrauch wegen Aliyev-Begünstigung ortet, bezichtigt dieser Staatschef der Liquidation.
Klagenfurt
Der frühere kasachische Botschafter in Österreich, Rakhar Aliyev, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Ermordung der Bankmanager Zholdas Timraliyev und Aibar Khasenov zurückgewiesen. Aliyev wirft den kasachischen Behörden vor, Beweise manipuliert zu haben, und spricht von höchst merkwürdigen Umständen des Leichenfunds. Sollten die Toten tatsächlich die Bankmanager sein, sei >>völlig klar<<, dass der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew den Mord zu verantworten habe. Laut Aliyev habe Nasarbajew bereits 2006 während eines Aufenthalts in Kärnten von hier aus den Befehl erteilt, Oppositionsführer Altynbek Sarsenbayev zu liquidieren. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt mussten letztlich wegen der Immunität Nasarbajews als Staatschef abgebrochen werden.
Indessen erhebt Opferanwalt Gabriel Lansky im Zusammenhang mit dem mordverdächtigen Aliyev schwere Vorwürfe gegen die österreichischen Behörden. Bei einem Treffen des Justiz-, Innen- und Außenministeriums sei der Hoffnung Ausdruck verliehen worden, dass die mutmaßlichen Mittäter es Aliyev gleichtun und Österreich verlassen. Lansky spricht von >>Begünstigungspolitik<< und >>Fluchthilfe für Mörder<<. Der Anwalt Kasachstans, Richard Soyer, kritisiert, dass Österreich ein Zufluchtsort für Schwerverbrecher zu werden drohe.
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Kasachstans Staatschef
Nursultan Nasarbajew
Kasachstans Ex-Botschafter
Rakhat Aliyev
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