Mehr Schein als Sein

Die Causa Aliyev hat auch im Jahr 2012 nicht an Aktualität eingebüßt und beschäftigt weiter die österreichische Justiz und Medienlandschaft. Für uns von Tagdyr, ist dies in erster Linie etwas Erfreuliches. Denn je mehr Menschen auf den Fall und die ganzen widrigen Umstände drumherum aufmerksam gemacht werden, desto mehr können Tagdyr und alle unsere UnterstützerInnen im Kampf um Gerechtigkeit erreichen.

Umso enttäuschender ist es, wenn in manchen Berichten, Behauptungen aufgestellt werden, welche in erster Linie unwahr und falsch sind, und in zweiter Linie unseren Hoffnungen und Zielen entgegenzuwirken scheinen.

So erschienen in den letzten Tagen mehrere Berichte, wonach die Wiener Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger & Partner, welche im Falle Aliyev unseren Verein Tagdyr vertritt, vier mutmaßliche Mittäter von Aliyev durch Privatdetektive observieren ließ.

Worum geht es? Die Anwaltskanzlei stellte eine Privatdetektei ein, um Beweise in der Causa sammeln zu können. An und für sich nichts Besonderes, sondern die Pflicht der Kanzlei als Vertreter von Tagdyr und der Privatbeteiligten. So wurden auch die vier verdächtigen Kasachen von den Detektiven beobachtet. Es ging darum festzustellen, ob sich die vier abgesprochen hatten, also eine so genannte „Verabredungsgefahr“ oder „Fluchtgefahr“ besteht oder begründet ist. Dies würde einen Haftgrund darstellen.

Solche Einsätze von Privatdetektiven durch Anwaltskanzleien sind völlig üblich und legal. In diesem Fall sogar mehr als gerechtfertigt. Stehen doch die vier Männer unter Verdacht, Aliyev bei der Ausführung seiner Verbrechen tatkräftig unterstützt zu haben.
Empörung machte sich nun breit, die vier Verdächtigen wären einem regelrechten „Lauschangriff“ ausgesetzt gewesen, oder, noch abwegiger: die Detektive hätten gleich das gesamte Bundeskriminalamt bespitzelt.
Dann wird dann auch noch behauptet, dass in Wahrheit die kasachische Regierung im Hintergrund sitzt und die Fäden zieht.

Diese Behauptungen sind natürlich vollkommen falsch und haltlos. Weder „bespitzelten“ die Detektive das Wiener Bundeskriminalamt, noch handelt die Anwaltskanzlei Lansky im Namen der kasachischen Regierung.

Vielmehr werden auf solche Art und Weise die Bemühungen und das Engagement der Opfervertreter bewusst diskreditiert und lächerlich gemacht. Es ist schade, dass ein ansonsten kritisches Magazin wie profil sich von Rakhat Aliyev instrumentalisieren lässt.

Link:
Profil.at

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